Carlos und Gianni Klein sind keine Hutmacher. Sie sind Erzähler, Verwandler, Bühnenbildner. Ihre Kreationen sind Einladung und Herausforderung zugleich. Diese #12von12 zeigt, wie ein Markt zur Bühne wird – wenn man hinschaut. Und wenn man sich traut.
1 – Der Auftakt
Ein Garten in Charlottenburg. Carlos und Gianni (hinten im Bild) breiten ein florales Stoffmeer aus – als wollten sie den Herbst einladen, sich zu setzen. Das alles findet im Aprikosengarten der beiden Künstler statt.

2 – Die Befana
Die Befana erscheint – nicht als alte Dame mit Besen, wie man sie aus Italien kennt, sondern als Giannis eigene Interpretation. In der Folklore fliegt sie in der Nacht zum Dreikönigstag über die Dächer, füllt Strümpfe, verteilt Süßes und Spielzeug, doch nicht ohne auch ein strenges Auge auf die Menschen zu werfen. Für Gianni ist sie mehr die fröhliche Gesellin, die das Ende der Weihnachtszeit einläutet. „Sie bringt Ordnung ins Chaos“, sagt er, „und Geschichten in die Häuser.“ In seinem Kostüm lebt sie weiter – als Figur aus Stoff, Mahnung und Liebe.

3 – Der Blick
Gianni vor seiner Verkaufsausstellung bei einem der Kunstmärkte in Berlin: Er macht noch schnell ein Selfie mit Federn, Brille und protzigem Ring am Finger. Er geht über sich hinaus. Er spielt die Figur zwischen Dandy und Magier, zwischen Performer und Verkäufer. Kein Händler, sondern ein Erzähler mit Hut. Der Markt wird zur Bühne, der Stand zur Kulisse, der Hut zum Manifest.

4 – Die Haltung
Er steht da wie ein urbaner Ritter – mit Spikes, Brille und Handschuhen. „Loyalty“ auf der Jacke ist kein Label, sondern ein Versprechen an sich selbst. Der Hut ist kein Accessoire, sondern ein Manifest. Gianni zeigt: Haltung ist tragbar – und sichtbar.

5 – Das Ensemble
Vier Menschen unter einem Baldachin. Jede der Damen trägt ein anderes Kopfstück – von barock bis bizarr. Die Szene wirkt wie ein Tableau vivant.
Carlos, der Maestro, dritter von links, ist ruhig, präsent, als wären die Hüte gerade erst von der Bühne zurückgekehrt.

6 – Der Spiegelmoment
Carlos mit dem Spiegel in der Hand: Sein erwartungsvoller Blick zeigt freudiges Erstaunen und einen Hauch Übermut. Carlos im Pelzmantel und mit Pelzmütze gibt den russischen Aristokraten – nicht, um auf Beutefang zu gehen, sondern um Ruhe, Gewicht und Autorität auszustrahlen. Er ist der perfekte Gegenpol zu Gianni: Wo Gianni verspielt und farbenfroh ist, bleibt Carlos ruhig und bodenständig. Der Pelz ist nicht wild, sondern würdevoll. Und plötzlich sitzt der Patchworkhut mutiger. Denn Carlos weiß, wann ein Blick genügt.

7 Wenn’s gefällt
Der Mann steht da wie neu sortiert. Der Patchworkhut, der rote Mantel, das Lächeln, das langsam wächst. Er scheint sich zu gefallen – mit dem neuen Hut.

8 – Der perfekte Moment
Sie trägt ihren neuen Hut auf dem Kopf. Der Stoff, aus dem Carlos Hüte sind, macht alles richtig, die Kundin auch. Carlos ist wie immer freudig bei der Sache.

9 – Die Show beginnt
Gianni spielt Uncle Scrooge – aber auf seine Art. Kein Geiz, kein Groll, nur Spielfreude. Die Seifenblasen steigen, der rote Mantel glüht, die Brille funkelt. Ein Auftritt wie aus dem Theater, aber mitten auf dem Weihnachtsmarkt. Und Gianni? Er spielt nicht, er lebt.
Und wer hinsieht, erkennt: Die Bühne ist überall, wenn man sie zulässt.

10 – Zwischen Spiel und Entscheidung
Carlos hebt den Spiegel, als wäre er Teil eines Rituals. Die Kundin blickt hinein, umgeben von Licht, Stoff und Hüten. Der Markt rauscht im Hintergrund, doch hier wird es still. Ein Moment zwischen Spiel und Entscheidung.

11 – Der Markt? Ihre Bühne
Links: Pelz, Leder, Ruhe. Rechts: Karos, Hörner, Farbe. Zwei Menschen vor dem Hutstand – so verschieden, so nah. Der eine schaut, der andere strahlt. Und der Markt? Der lässt beides gelten.
Carlos spielt den ruhigen Gegenpol, Gianni seinen farbverliebten Weihnachtskobold – leicht, verspielt, ein Funke im nassen Grau. Zwei Figuren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten – und genau deshalb so gut zusammenpassen. Der Markt? Ihre Bühne.

12 – Das vorläufige Finale
Velours, Spitze, Federn, Glanz. Die Hüte ruhen auf schwarzen Köpfen, als warteten sie auf ihre Rollen. Dazwischen eine Lichtkugel – wie ein stilles Herz inmitten der Stoffe. Kein Mensch zu sehen, und doch steht alles voller Präsenz. Dies ist die Bühne, bevor der Vorhang aufgeht. Oder nachdem er gefallen ist.

Zwölf Bilder, zwölf Momente, ein Markt voller Eindrücke. Carlos und Gianni haben gespielt, beraten, gespiegelt, verzaubert. Die Hüte haben überzeugt, die Menschen auch. Und am Ende bleibt dieses Gefühl: dass ein Markt oder Event mehr sein kann als Buden und Lichter. Er kann Bühne sein und Begegnung. Kommt jetzt das Finale? Sicher nicht. Es ist nur ein Zwischenhalt. Die nächsten Geschichten warten schon:
Termine 2026
Gianni und Carlo werden demnächst Teil dieser Märkte sein:
- Kunsthandwerklicher OSTERMARKT in der Leonhardtstraße: 28. März
- EUROPÄISCHE TAGE DES KUNSTHANDWERKS (Ludwig-Beck-Platz oder vor S-Bahnhof Lichterfelde-West): 12. April
- KUNST trifft WEIN rund um den Dorfteich Lichtenrade: 1. – 3. Mai
- Kunst am Sonntag am Ludwig-Beck-Platz: 10. Mai
- Wein- und Winzerfest Westend – Pfingsten in der Preußenallee: 23. – 25. Mai
- Sommerfest in der Leonhardtstraße: 22. August
- Kunst am Sonntag am Ludwig-Beck-Platz: 6. September
- Wein- und Winzerfest Lichtenrade: 11. – 13. September
- 3. – 4. Oktober 2026: Kunst, Handwerk & Design: Erntedank am Karl-August-Platz
- 29. November: ADVENT Karl-August-Platz oder Alternative
- 6. Dezember: ADVENT Leonhardtstraße
- 12. – 13. Dezember: WEINachten Ludwig-Beck-Platz
- 19. – 20. Dezember: Weihnachten in Westend

