Die Hutbilder von HDK gehören zu den seltenen Werkserien, die Eleganz, Melancholie und eine fast zeitlose Ruhe miteinander verbinden. In diesem 12von12 im September 2026 zeigt er, wie die Hüte Geschichten tragen, Jahreszeiten spiegeln und immer wieder die Fantasie der Betrachterinnen und Betrachter anregen.
Fünf Jahrzehnte Hutmotive – ein roter Faden im Werk
Hüte, beziehungsweise behütete Personen, vorzugsweise weibliche, ziehen sich seit mehr als fünf Jahrzehnte wie der sprichwörtliche Faden durch das malerische Werk des HDK. Welche Intention oder Inspiration anfänglich dahinter stecken mochte, kann nicht mehr geklärt werden, ist dem Künstler aber sowieso längst egal.
Die Journalistin und die vier Jahreszeiten
Vielleicht wäre es gar nicht so weit gekommen, wäre da nicht seinerzeit eine Journalistin der Berliner Morgenpost gewesen, die in den Hüten der ersten Stunde die vier Jahreszeiten erkannt oder intuitiv zugeordnet hätte. Jedenfalls weckte daraufhin ein mehrfach bebilderter Artikel das Publikumsinteresse.
Der Sommerhut und die nächtliche Malerei
Danach rückte, nicht zuletzt auf Grund der gestiegenen Nachfrage, wieder und wieder vor allem der vermeintliche Sommerhut in den Fokus, so dass im Laufe der Zeit, um im Bild zu bleiben, unterschiedliche Variationen ans Sonnenlicht kamen. Gar nicht so einfach, weil HDK vornehmlich nachts den Pinsel in die Farbe taucht.
Zeitlose Eleganz und stille Geschichten
Offenbar treffen die Hutbilder immer noch irgendwelche Nerven der Betrachter und regen ihre Fantasie an. Aktuell heißt es beispielsweise auf Instagram: „Die Arbeiten von Horst-Dieter Keitel tragen etwas Zeitloses in sich: Eleganz, Melancholie und Geschichten, die man nicht vollständig erklären muss, um sie zu spüren.“

„Blaue Stunde“ – zwischen Schatten und Großstadt
Speziell das Bild mit dem Titel „Blaue Stunde“ wird beispielsweise „zwischen Schatten, Großstadt und einem Hauch Berliner Nachtleben der 1920er Jahre“ verortet. Im Berliner Nachtleben kennt sich HDK zwar auch bestens aus, aber freilich erst in der Ausprägung etlicher Jahrzehnte später.
Die Mütze als plattgedrückter Hut
Im Prinzip ist eine Kopfbedeckung in Mützenform doch auch nur eine Art plattgedrückter Hut. Schließlich kommt es ja zu gewissen Jahreszeiten hauptsächlich darauf an, das schützenswerte hirnvolle Darunter – falls vorhanden – bei jedem Wind und Wetter warm und zusammen zu halten.
Schutzgedanken und Helmhutmodelle
Vielleicht ist der Schutzaspekt manchmal tatsächlich der Vater eines etwas hirnrissigen Hutmachergedankens. Es dürfte jedenfalls nur schwerlich zu widerlegen sein, dass es angesichts einiger Helmhutmodelle im Stahlhelmdesign wohl gar nicht so arg weit hergeholt aussieht.

Wenn die Kapuze zur Schönheit beiträgt
Wenn es zu einem Hut, Mütze, Helm oder Zylinder nicht reichen sollte, oder der aktuelle Modetrend gerade eine andere Richtung eingeschlagen hat, kann selbst eine simple Kapuze schöne Menschenkinder nicht wirklich entstellen oder sogar das Gegenteil bewirken.
Der Zylinder zwischen Alltag und Show
Wobei der Zylinder im Rahmen von Alltagsgarderobe nicht erst gestern oder vorgestern, sondern bereits im vergangenen Jahrhundert ausgemustert und für einige Schornsteinfeger übrig geblieben ist, wird er zwecks Show und bei Hochzeiten, was ja oft auf Dasselbe rausläuft, immer mal wieder gerne genommen.
Schwarzweißserie mit rotem Akzent
Um die Schönheit und Eleganz der Damen von Welt farblich zu betonen, tragen mehrere Hutbilder, die, wie hier die „Besten Freundinnen“, zu einer größeren Schwarzweißserie aus neuerer Zeit mit unterschiedlichen Motiven gehören, sparsam die Zusatzfarbe rot.
Die Diva im weißesten Weiß
Und als Zugabe in das weißeste Weiß seit Persil gehüllt, verabschiedet eine stolze Diva mit zielgerichteten Blick ins Nirgendwo den eher unangenehm hitzigen Sommer.
Winterliches Selbstgestricktes
Und zu guter Letzt: Im Winter macht und tut selbstverständlich auch was Selbstgestricktes gut.
Am Ende zeigt dieses 12von12, wie vielfältig die Hutbilder von HDK gelesen werden können: als kleine Jahreszeiten‑Miniaturen, als stille Porträts voller Eleganz oder als Geschichten, die sich erst im Kopf der Betrachtenden vervollständigen. Vielleicht liegt genau darin ihr Reiz – dass sie nichts erklären müssen und dennoch etwas auslösen. Die Hüte, die Figuren, die Farben und Silhouetten bleiben offen genug, um immer wieder neu gesehen zu werden. Und so tragen die Hutbilder von HDK auch heute noch das, was Kunst im besten Fall ausmacht: eine leise Einladung, genauer hinzuschauen und die eigene Fantasie mitzunehmen.